Flößerei in Koblenz

Rückblick: Deutscher Flößertag 2015 in Koblenz

Flößerei in Koblenz

Mit dem Mitteilungsblatt der Deutschen Flößerei-Vereinigung Jahrgang 22/2015 gibt es einen Sonderteil zur Rhein- und Moselflößerei sowie zur Stellung und Bedeutung des Tagungsortes Koblenz für die Flößerei des Raumes.

Darüber hinaus bietet ein Blick auf die im Internet veröffentlichten Texte zu Koblenz und der Flößerei einen Eindruck, warum der 28. Deutsche Flößertag am Zusammenfluss von Rhein und Mosel stattgefunden hat.

Die Brücken der Stadt Koblenz – Flößerei in Koblenz

Quelle: http://www.regionalgeschichte.net

Koblenz war ein wichtiger Umschlagplatz für Holz. Das nebenstehende Bild zeigt noch die alte ,,Floß- und Holzlande“ in den Rheinanlagen. Später verlagerte sich das Holzgeschäft in den Floßhafen in der Mosel. In Koblenz-Lützel hatte sich damals eine ansehnliche Holzindustrie entwickelt.
Die Floßfahrten hörten mit dem beginnenden 20. Jahrhundert auf. Längst wurden die Flöße von kleinen Schleppern durch die Schiffbrücke gezogen. Im Jahre 1913 passierten noch 225 Flöße die Brücke.

Johann-Adolf-Lasinsky-Koblenz-Ehrenbreitstein-1828

Johann Adolf Lasinsky: Koblenz Ehrenbreitstein, 1828, Rheinisches Landesmuseum Bonn

Flößerei auf dem Rhein I

Quelle: http://www.siebengebirgsmuseum.de

Der älteste schriftliche Nachweis für Holztransporte auf dem Rhein findet sich erst in einer Koblenzer Zollrolle aus dem Jahre 1208, wo für Flöße verhältnismäßig hohe Liegegebühren festgesetzt werden. […]

Der Transport der nun anfallenden Holzmassen erfolgte bald vorzugsweise in Form von Großflößen, wie sie bis in die Zeit um 1800 belegt sind. Auf eine Länge von über 200 m und eine Breite von über 50 m wurden meist drei, gelegentlich sogar fünf Lagen von Baumstämmen eingebunden. Die hierbei zu bewältigenden Schwierigkeiten begannen bei der Zusammenstellung von Holzqualitäten – das begehrte Eichenholz allein war nicht schwimmfähig und mußte mit Tannenholz gemischt werden! – und endeten mit dem Problem der Steuerung, wozu eine Besatzung von rund 500 Mann erforderlich war. Selbst aus heutiger Sicht erscheint die technische Durchführung mit vergleichsweise bescheidenen Hilfsmitteln kaum vorstellbar. Hier liegt auch der Grund für die Begeisterung von Zeitgenossen wie dem Koblenzer Pfarrer Joseph Gregor Lang, der seine Schilderung aus dem Jahre 1789 so beginnt:

„Unter allen großen und kühnen Unternehmungen, wozu die Auri sacra Fames [= Geldgier] den Menschen antrieb, kenn‘ ich keine, die bedeutender und bewundernswürdiger ist, als der Bau und die Behandlung einer solchen ungeheuren daher sich bewegenden Maschine, dessen man sich auf dem Rhein vorzüglich vor allen andern Flüssen in Europa, und vielleicht in der ganzen Welt zum Holzhandel bedienet …“

Flößerei auf dem Rhein II

Quelle: https://www.planet-wissen.de

Holländerflöße waren nichts anderes als riesige schwimmende Holzladungen, bei denen das Binden, der Transport und schließlich der Verkauf des gesamten Holzes in Dordrecht bei Rotterdam mitunter zwei Jahre lang dauerte. Bis ins 19. Jahrhundert hatten die Holländerflöße eine Länge von bis zu 300 Metern und bestanden auf rund 50 Meter Breite aus mehreren Lagen Holz. Diese Riesenflöße konnten erst ab Koblenz gebunden werden, denn bis ins 19. Jahrhundert war es ausgesprochen riskant, mit großen Holzflößen das „Binger Loch“ zu passieren, das wegen seiner felsigen Enge gefürchtet war. Das änderte sich erst nach mehreren Sprengungen 1830-1841, als die Fahrrinne entsprechend verbreitert wurde.

Die Holländerflöße wurden von einer großen Besatzung von 500 bis 600 Flößerknechten befahren. Die Steuerung des Floßes bedeutete harte körperliche Arbeit.

Koblenz – Drehscheibe für Handel und Handwerk

Quelle: http://www.rhein-zeitung.de

Stadtarchiv Koblenz, 19. Jahrhundert

Über viele Jahrhunderte war Koblenz ein Umschlagplatz für Güter aller Art. Die gigantischen Flöße, die auf historischen Fotos überliefert sind, zeugen von einem florierenden Holzhandel.

Koblenz-Neuendorf und die Flößer

Quelle: http://www.swr.de

Das Element Wasser und Neuendorf sind eng miteinander verbunden. Der Ort mit seinen 16 Gassen zum Rheinufer hin lebte und lebt vom und mit dem Wasser. An der breitesten Stelle des Mittelrheins haben die Neuendorfer einst Flöße zusammengebaut. Die „Flietzer“, die Flößer also, werden sie deshalb noch heute genannt.